Seit seiner Uraufführung im Jahr 1922 begeistert der Mondseer Jedermann das Publikum – und bleibt dabei seiner ursprünglichen Form treu: Text und Inszenierung wurden seit jeher nicht verändert, ganz im Sinne des Autors Franz Löser. Diese Ursprünglichkeit sowie die beeindruckende Darbietung der Laienschauspieler:innen machen das Stück Jahr für Jahr zu einem besonderen Erlebnis.
Nach einer Spielpause während des Zweiten Weltkriegs und einer weiteren in den 1970er Jahren wurde der Mondseer Jedermann 1981 wiederbelebt. Seither steht die Spielgemeinschaft – heute rund 110 Mitglieder stark – jeden Sommer mit vollem Einsatz auf der Bühne. Lange Zeit durften nur „waschechte Mondseer“ mitspielen, heute finden sich Mitwirkende aus der ganzen Region – von Tiefgraben über St. Lorenz bis Innerschwand und darüber hinaus.
Der Mondseer Mundart-Jedermann entstand einst als Kontrast zum elitären Salzburger Pendant. Weil sich viele Menschen den Besuch dort nicht leisten konnten, schrieb Franz Löser eine zugängliche Version – die „Festspiele des kleinen Mannes“. Selbst Hugo von Hofmannsthal war von der Idee angetan, und auch Theaterlegende Max Reinhardt zeigte sich 1933 beeindruckt: „Es ist kaum zu glauben, dass es unweit von Salzburg noch einen weiteren so guten Jedermann gibt … dies ist ein glückliches Theater!“ Bis heute hat sich daran nichts geändert: Die jährlichen Besucherzahlen steigen, das Stück ist aktueller denn je – und das Engagement der Spielgemeinschaft spürbar in jeder Szene.
Bei Schlechtwetter im Schloss Mondsee.



